BILDERGESCHICHTEN Nummer Eins – Ban Krut in Thailand

Das erste Mal habe ich 2004 Digitale Bilder gemacht. Damals noch mit einer Ur-Digi-Cam. Grenzenlos Fotos machen ohne Sorge zu haben, dass der Eingelegte Film zu Ende geht. Das war die neue Freiheit. Allerdings kam ich mit meiner Knipserei ziemlich schnell an die Limite der damaligen Speicherkapazitäten der Digi-Cams. Und so landeten viele Fotos auf der Festplatte um Platz auf der Kamera zu schaffen.

Diese Bilder liegen nun schon ewig in den Untiefen meiner Festplatte. Den Blog gab es damals noch nicht. Und auch wenn die Qualität nicht besonders ist (was kann man Erwarten von 11 Jahre alten Digitalen Aufnahmen?) möchte ich euch diese Schätze nicht vorenthalten. Mit der Katekorie „Bildergeschichten“ bietet sich dafür die Perfekte Möglichkeit.

In Unregelmässgen Abständen werde ich ab jetzt alte-neue BILDERGESCHICHETEN zeigen. Um keine dieser Geschichten zu verpassen abonnnierst du am besten meinen Newsletter.
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Beginnen werde ich mit dieser:

BILDERGESCHICHTEN Nummer Eins – Ban Krut in Thailand.

So Entspannt wie ich hier ausschaue, so traurig ist die Geschichte hinter diesem Bild. Dezember 2004 war für Thailand und Indien ein Schlimmes Jahr. Vielleicht könnt ihr euch noch erinnern an das grosse Beben und die Flutwelle, die am 26 Dezember 2004 Tausende in den Tod riss. Genau zu dieser Zeit Reiste ich von den Philippinen über Thailand zurück nach Europa.

Einige Tage vor der Katastrophe landete ich in Bangkok. In Bangkok hatte ich einen Termin für eine Augenlaseroperation. Daher musste ich für einige Tage in der Stadt bleiben. Die OP verlief problemlos. Die Nachwirkungen der OP hatte ich mit einer Sonnenbrille (wegen hoher Lichtempfindlichkeit) einigermassen gut im Griff. Aber ich musste für einen Letzten Checkup eine Woche später nochmals in der Klinik Aufschlagen.

Eine ganze Woche in Bangkok hätte ich niemals ausgehalten. Und so habe ich kurzerhand ein Zugticket nach Ban Krut gebucht. Raus aus der Stadt, ab an den Stand um mich von der OP zu erholen. Ban Krut liegt an Thailands Ostküste etwa auf halbem Weg zwischen Bangkok und der Insel Koh Samui.

 

Ban Kruth war eine sehr Ländliche Gegend gewesen damals. Es gab gerade eine einzige Unterkunft laut dem Reisebüro in Bangkok, ein Hostel. Den Namen weiss ich leider nicht mehr, ist schon zu lange her, sorry. In der Nähe gibt es einen grossen Tempel (wo gibt’s das nicht in Thailand?). Um dorthin zu gelangen haben ich im Hostel ein Fahrrad gemietet.

Motorroller gab es damals noch nicht in Ban Krud. Es war nicht weit zum Tempel, und so macht ich mich mit dem Drahtesel auf den Weg. Und es gibt nur ein Wort, das diesen Ausflug beschreibt. EINZIGARTIGGENIALUNVERLEICHLICH

Kein Motorenlärm störte die Ruhe auf dem Weg. Das Rauschen der Palmen und die Wellen am Strand begleiteten mich. Ein kühler Wind machte die Hitze erträglich. Und die Leute am Strassenrand winkten freundlich und etwas erstaunt über die Weisshäutige Langnase die da des Weges kam.
Es war der Friede pur mit dem Fahrrad gemütlich durch die Gegend zu Cruisen. Vorbei an Reisfeldern, Plamen Plantagen und den einfachen Unterkünften.

Viele Resorts waren nur als Baustelle vorhanden oder gar nur eingezäunt. Auf meinem Weg fand ich ein einziges Resort das fertig gebaut war und sogar geöffnet hatte. Gäste waren keine auszumachen. Dort habe ich eine kleine Rast eingelegt. Ich weiss noch wie die Besitzerin mir höchstpersönlich das Getränk brachte, weil Sie so Glücklich über ihren Alleresten Gast in ihrem Resort war!

Auf dem Rückweg vom Tempel habe ich nochmals eine kleine Rast eingelegt. Dabei entstand dann das Bild. Es gab 1001 Gelegenheiten für eine Beach-Bild. Denn die Strasse zum Tempel und zurück führte eigentlich immer am Strand lang.

Auf diesem Bild schaue ich noch recht Relaxed in die Kamera. Das Bild ist am 26. Dezember 2004 entstanden!! Ban Krut war damals noch ziemlich Abgelegen. Internet Fehlanzeige. Und die Radiosendungen waren auf Thailändisch. Ich hatte damals wirklich nichts, aber auch gar nichts mitbekommen von der Katastrophe, die sich an diesem Tag, nur etwa 80 Kilometer entfernt, an Thailands Westküste, abspielte.

Selbst auf der Heimreise mit dem Zug zurück nach Bangkok gab es keine Probleme oder Zugsausfälle oder ähnliches. Im Nachhinein verwundert mich das immer noch. Ich habe erst Zuhause in der Schweiz erfahren was los war.

Diese Geschichte ist eine eher tragische, denn viele Menschen sind damals gestorben

Haben tiefe Lücken in den Familien hinterlassen, die auch heute noch Schmerzen. Diese Geschichte widme ich deshalb den Familien, die 2004 Ihre Lieben verloren. Nichts kann die Schmerzen heilen, die tief in der Seele sitzen. Ich hoffe, mit dieser kleinen Geschichte ein klein wenig Sonne in eure Herzen zu Zaubern.

Du kennst Ban Krut aus aktueller Erfahrung? würde mich interessieren wie dort jetzt ausschaut. Schreibe mir das doch in die Kommentare, bin gespannt ob sich da viel Veränderte.

6 Gedanken zu “BILDERGESCHICHTEN Nummer Eins – Ban Krut in Thailand

  1. Puuh, was für eine Geschichte … Ich war einige Jahre vor dem Tsunami auf Ko Phi Phi. Heute nach dem Wiederaufbau ist das eine komplett andere Insel geworden. Deshalb möchte ich da nie wieder hinfahren, sondern mir mein Bild von einer Trauminsel im Paradies bewahren.

    • Liebe Sabine
      So weit runter hab ich es leider noch nie geschafft. Aber es soll dort wieder alles wie früher sein habe ich gehört. Allerdings wäre das für mich auch ein no-go. So ein Nacher-Vorher erlebiss kann ganz schön einfahren denke ich.
      Gruss, Urs

  2. Hey Urs, bei der Vorstellung wird einem ganz anders. Das war sicher eine krasse Erfahrung, nach Hause zu kommen und von dem Tsunami zu erfahren … Das Beben war eine der ersten größeren weltweiten Katastrophen, die ich als Kind bewusst wahrgenommen habe. Ist mir ganz schön ran gegangen. Sehr interessanter Beitrag. LG

    • Oh ja, da fühlt man sich schon etwas…Komisch…Kommt von einer grossen Reise nach hause und muss erfahren, dass Praktisch neben dir Leute gestorben sind. Sowas habe ich bei 7/11 gefühlt, aber diesen Anschlag damals hab ich das Zeitnah über die medien mitbekommen.
      Gruss, Urs

  3. Hallo Urs,
    das geht unter die Haut beim Lesen, ich kann mir vorstellen, was für ein Gefühl das für Dich gewesen sein muss. Ich erinnere mich, wie uns dieses Unglück mitgenommen hat, obwohl wir nur vor dem Fernseher saßen. Es hat wieder gezeigt, wie dünn die Linie manchmal ist, die „alles gut“ von totalem Chaos, Zerstörung und Tod trennt.
    Toller Beitrag.
    LG
    Elke

    • Danke Elke
      Genau so habe ich damals auch gedacht. Die Linie war da, auch wenn ich Sie nie sah. Das leben ist zu kurz, lebe es in vollen Zügen.
      VG, Urs

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